Archiv für die 'Feuilleton' Kategorie

Der verschwenderische Gott

201008311018.jpgIn seinem Buch Der verschwenderische Gott legt Keller das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus. Oder: das Gleichnis von den zwei verlorenen Söhnen, wie es besser heißen müsste. Denn Keller zeigt, dass der ältere Sohn ebenso verloren ist wie der jüngere – und womöglich noch schwerer aus seiner Verlorenheit zu befreien.

Mit frischer, ungestelzter Sprache, scharfsinniger Menschenkenntnis und Beispielen aus aktuellen Büchern und Filmen führt Keller uns vor Augen, dass Jesus in diesem Gleichnis seinen Zuhörern die gesamte biblische Botschaft in einer unnachahmlich verdichteten Form präsentierte.

Das Buch:

  • Timothy Keller: Der verschwenderische Gott: Von zwei verlorenen Söhnen und einem liebenden Vater, Gießen: Brunnen, 2010, 140 S., 11,95 Euro

kann hier bestellt werden:

Rich Warren’s Leben mit Vision aus Sicht eines Lutheraners

Der Lutheraner Steven R.J. Parks hat eine Kritik des Bestsellers Leben mit Vision verfasst (nur in englischer Sprache verfügbar).

Hier: ParksSteveCritique.pdf.

Leseprobe: Tim Keller – Warum Gott?

Das Buch:

  • Timothy Keller: Warum Gott?: Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit?, Gießen: Brunnen Verlag, 2010, 336 S., 19,95 Euro.

ist ab dem 28. August 2010 im Buchhandel zu haben. Das Library Journal hat über das Buch geschrieben:

Als Gründer der Redeemer Presbyterian Church in New York City hat Keller erlebt, dass viele Menschen religiöse Überzeugungen hinterfragen und Fragen stellen wie ‚Wie kann es nur eine wahre Religion geben?‘ oder ‚Wie kann ein liebender Gott Leid zulassen‘. In diesem Buch … bringt Keller diese und andere Fragen zur Sprache und begründet seinen unbedingten Glauben an Gott. Mit Hilfe von Literatur, Philosophie und Pop-Kultur liefert der Autor überzeugende Gründe für einen festen Glauben. Es ist erfrischend, ein Buch zu lesen, das religiöse Sichtweisen präsentiert, ohne die säkulare Sicht, die in anderen Büchern präsentiert wird, über Gebühr zu kritisieren. Das Buch ist ein hervorragender Einstieg in die Diskussion und vertritt seine Position stichhaltig, gut geschrieben und gut recherchiert.

Hier eine Leseprobe (ca. 20 Seiten): Keller_Warum Gott_Leseprobe.pdf.

Der ESV Bible Atlas ist da

atlas-300x389.jpgHeute war ich in Koblenz, um beim Zoll eine Postsendung aus den U.S.A. abzuholen (und um bei Ikea einzukaufen). Der vor einigen Wochen bei Amazon bestellte ESV-Atlas ist endlich eingetroffen. Ich musste keine Zollgebühren bezahlen. Die Mehrwertsteuer wurde mir erlassen, da der Betrag unter 5 Euro gelegen hätte.

Der 349-Seiten Atlas wurde von John Currid (RTS, Charlotte) verfasst. Das Kartenmaterial stammt von David Barrett, der auch die Karten für die ESV Study Bibel gestaltet hat. Die Qualität des Materials ist entsprechend hoch.

Der Atlas enthält konkret:

  • 175 farbige Karten;
  • 70 Farbfotos;
  • etliche 3-D-Abbildungen (z.B. Jerusalem oder den Tempel);
  • Indizes;
  • Zeittafeln;
  • viele gute Hintergrundinformationen zu den Karten;
  • eine CD-ROM mit Kartenmaterial und einem Suchindex;
  • und ein Poster mit der Karte von Palästina.

Hier kann der interessierte Leser sich einige Karten anschauen.

Ich bin mit dieser Ausgabe sehr zufrieden und werde wohl im Urlaub öfters mal drin stöbern. Jetzt müsste noch ein Verlag die ESV-Studienbibel und den Atlas in Deutscher Sprache herausgeben. Welche Bibelübersetzung würde der Verlag wohl wählen?

Augustinus: Von den unnützen Worten

augustinus21.jpgAurelius Augustinus hat im Jahre 427, also drei Jahre vor seinem Tod, noch einmal 93 seiner schriftliche Werke mit insgesamt 232 Büchern durchgesehen und auf Nachlässigkeiten und Irrtümer geprüft. Der Kirchenvater wusste um die Mängel seiner Schriften, hat im Verlauf der Zeit mancherlei Positionen korrigiert und wollte die Nachwelt an seiner »Reifung« teilhaben lassen. Er blieb ein Lernender, auch als angesehener Bischof im hohen Alter. Und er wusste um die Verantwortung, die er als Lehrer vor Gott und den Menschen zu tragen hatte.

Im Prolog der Retractationes beschreibt er die Motivation für seine selbstkritische Durchsicht mit folgenden Worten:

Indes mag ein jeder mein Unternehmen beurteilen, wie er will; ich selbst mußte mich in dieser Sache an das apostolische Wort halten: »Wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht vom Herrn gerichtet werden« (1Kor 11,31). Auch jenes andre Schriftwort: »Bei vielem Reden geht es nicht ohne Sünde ab« (Spr 10, 19) setzt mich in schwere Besorgnis. Nicht weil ich viel geschrieben habe, oder weil vieles, was nicht diktiert, aber als von mir Diktiertes aufgeschrieben wurde — es geht nicht an, etwas für Vielrednerei zu halten, was notwendig gesagt werden mußte, wenn es auch noch so viel war und ausführlich gesagt wurde — nein, ich habe Furcht vor dieser Stelle der Heiligen Schrift, weil in meinen so zahlreichen Abhandlungen ohne Zweifel vieles gefunden werden kann, was, wenn auch nicht unrichtig, so doch sicher unnötig erscheinen dürfte oder gar als unnütz nachzuweisen wäre. Welchen seiner Gläubigen setzt Christus nicht in Schrecken, wenn er sagt: »Über jedes unnütze Wort, das ein Mensch geredet hat, wird er am Tage des Gerichtes Rechenschaft gehen müssen« (Mt 12, 36)? Darum hat auch sein Apostel Jakobus gesagt: »jeder Mensch sei schnell bereit zum Hören, aber langsam zum Reden«, und etwas später: »Tretet nicht zu viel als Lehrer auf, meine Brüder. Ihr wißt, daß ihr damit nur ein um so strengeres Gericht auf euch ladet. Wir fehlen alle ohnehin schon genug. Wer in Worten nicht fehlt, der ist ein vollkommener Mann (Jak 1,19; 3,1 f.). Nun, diese Vollkommenheit maße ich mir auch heute noch nicht an, da ich zum Greis geworden bin, geschweige denn gilt sie für damals, als ich in jugendlichem Alter zu schreiben und öffentlich zu sprechen begann, und man so viel von mir hielt, daß ich, wo immer öffentlich geredet werden sollte, nur höchst selten schweigen und den anderen zuhören durfte. Das Schnell bereit zum Hören, aber langsam zum Reden hat man mir nie erlaubt. So bleibt mir nichts andres übrig, als mein eigener Richter zu sein vor dem einen Lehrer, dessen Gericht über meine Verfehlungen ich eben gerne entgehen möchte. Meiner Meinung nach gibt es um so mehr Lehrer, sobald sie verschiedener Ansicht und unter sich uneins sind. Sagen aber alle dasselbe und sagen sie die Wahrheit, dann sind sie nicht mehr weit von der Lehre des einen wahren Lehrers. Hingegen fehlen sie, wenn sie nicht die ganze Fülle seiner Lehren vermitteln, sondern ihre eigenen hinzugeben. Auf solche Weise wird aus Geschwätz eben Lüge.

Tolstoj als religiöser Denker

220px-L.N.Tolstoy_Prokudin-Gorsky.jpgDie Popularität Lew Tolstojs zu Lebzeiten hatte weniger mit seiner Prosa zu tun als mit seiner religiös-ethischen Lebenslehre. Seine Sozialethik bedeutete für das zaristische Russland und die russische Kirche eine Provokation. Das Deutschlandradio stellt seine religiösen Utopien kurz vor:

Weg war er, der Blog

Ohne Vorwarnung wurden bei dem U.S.-amerikanischem Web-Dienstanbieter Blogetery.com tausende Webblogs abgeschaltet, da auf einigen dort verwalteten Internet-Tagebüchern islamistische Inhalte verbreitet worden sein sollen (ein BBC Bericht hier). Der Informationsdienst von Heise schreibt:

Der Webhoster Burst.net habe ohne Ankündigung und Begründung den zuständigen Server vom Netz genommen, erläuterte der Blogetery-Betreiber in einem Forum. Später habe der Hoster die Begründung nachgeliefert, dass sich Strafverfolger über »Material« beschwert hätten, das innerhalb von Blogetery.com veröffentlicht worden sei. Der Blogetery-Betreiber hat nun das Problem, dass er auf den Server nicht mehr zugreifen kann und auch kein vollständiges Backup der dort vorgehaltenen Daten besitzt.

Das US-Newsmagazin CNet berichtete, die US-Polizeibehörde FBI habe am 9. Juli Burst.net darüber informiert, dass innerhalb von Blogetery.com Verlinkungen zu Inhalten des Terrornetzwerks al-Qaida gefunden worden seien. Darunter habe sich eine Liste von Namen von US-Bürgern befunden, die im Visier von al-Qaida stünden, Botschaften von Osama bin Laden und anderen Führern des Terrornetzwerks sowie Bombenbauanleitungen. Joe Marr, Chief Technology Officer von Burst.net korrigierte laut dem Bericht die Darstellung seiner Kollegen, Blogetery.com sei auf Veranlassung des FBI geschlossen worden. Vielmehr habe Burst.net aus eigenem Antrieb gehandelt. Damit trat Marr auch Spekulationen entgegen, das FBI habe Bestimmungen der US-amerikanischen Antiterror-Gesetze genutzt, um Blogger zum Schweigen zu bringen. Das FBI müsse, um eine Website schließen lassen zu können, den legalen Weg gehen und benötige einen Gerichtsbeschluss.

Hier: www.heise.de.

Blasphemische Religions-Comics

51Hc-vdNrrL._SL160_.jpgWenn ein Werk Die Chroniken von Wormwood heißt und von der Freundschaft zwischen Gottes und Satans Sohn handelt, ist nicht viel Ehrfurcht zu erwarten. Auch zwei weitere Comics zollen Gott wenig Respekt. Jörg Böckem empfiehlt SPIEGEL-Lesern drei blasphemische Comics zur Sommerlektüre:

Ziemlich übel wird Gott & Co. in »Die Chroniken von Wormwood« mitgespielt. Das neueste Werk des irischen Erfolgsautors Garth Ennis erzählt die Geschichte von Danny Wormwood, seines Zeichens Sohn Satans und einer Sterblichen, der Antichrist. Statt den Willen seines Vaters zu erfüllen und den Weltuntergang herbei zu führen, produziert er TV-Serien und trinkt mit seinem Kumpel Jesus Christus in einer Bar. Jesus, dessen zweiter Versuch,, die Menschheit zu retten, katastrophal schief ging, ist ein wenig durcheinander im Kopf, seit ihn Polizisten des LAPD nach einer öffentlichen Predigt den Schädel eingeschlagen haben.

Warum es wohl keine vergleichbaren islamkritischen Comics gibt?

»Personal Jesus«

Nina Hagen erklärt der SZ, dass sie Gott auf einem LSD-Trip getroffen hat und Edo Reents überschlägt sich mit Lob für ihre neue Gospel-Platte: faz.net.

Heidelberg Conference on Reformed Theology

Ich habe vor längerer Zeit auf die Heidelberger Konferenz für reformierte Theologie 2010 verwiesen. Inzwischen hat Sebastian Heck den Einladungsflyer für die Veranstaltung, die in der Zeit vom 27.–29. Oktober stattfinden wird, zur Verfügung gestellt: HCRT2010Flyer.pdf

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