Archiv für die 'Feuilleton' Kategorie

Vincent van Gogh: Die Briefe sagen alles

Der Mythos des Malergenies Vincent van Gogh gründet sich auch auf seinen schriftlichen Nachlass. Denn zeitlebens hat er schreibend geordnet, was er später in seinen Gemälden schuf. Eine Londoner Ausstellung feiert van Gogh nun endlich auch als Autor. Gina Thomas schreibt:

Die ausführliche Korrespondenz Vincent van Goghs zeugt nicht nur vom Mitteilungsbedürfnis des exaltierten Sonderlings. Beim Schreiben ordnet er auch die Fülle der Gedanken, die sich dann auf der Leinwand kristallisieren. Die Bedeutung der Briefe war Eingeweihten schon zu seinen Lebzeiten bewusst. Nach seinem Tode setzte sich nicht nur sein Bruder Theo für eine Edition ein. Der Maler Émile Bernard, dessen Schriftwechsel mit van Gogh zu den wichtigsten Quellen der modernen Kunstgeschichte gehört, war überzeugt, dass diese Dokumente beim breiteren Publikum Resonanz finden und somit zu van Goghs Anerkennung als Künstler beitragen würden. Es gebe nichts Eindringlicheres als seine Briefe, schrieb Bernard. Nach der Lektüre könne man weder die Aufrichtigkeit noch den Charakter, noch die Originalität in Frage stellen: Die Briefe sagten alles.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

Sein letztes Album: »American VI: Ain’T No Grave«

41YVaTniSGL._SL160_.jpgGunter Gabriel war dabei, als Johnny Cash sein letztes Album aufnahm. Er schreibt (BamS):

Eine Geschichte, die einiges über meinen Freund Johnny erzählt, vorweg: 2003, zwei Wochen vor seinem Tod, war ich zu Aufnahmen in seinem Studio. Da lag eine Bibel auf dem Tisch. Sie war abgewetzt, hatte unter blätternden Fingern gelitten, sich hochgedient vom Soldaten zum General – und; zum Schluss diesen Platz erkämpft. Als ich sie aufschlug, sah ich ihren Wert: Jede – ich schwöre euch, Leute – jede Seite war komplett von Johnny durchgearbeitet. Seine Anmerkungen mit rotem, grünem und blauem Kugelschreiber übersäten den Text. Jede Farbe war wichtig.

Und genau so wichtig waren ihm die Songs der letzten 30 Minuten Studioaufnahmen. Es sind die besten von ihm, die es je gab. Wer Großes hört, wird still mit sich und der Welt. Ich bin nach den 30 Minuten mit dieser CD ziemlich still gewesen (auch wenn ich mal den Lautsprecher mache), aber Johnnys letzte Songs machen ebenso viel Mut zum Leben wie zum Sterben. Ein Höhepunkt für mich: Im sparsam besetzten »I Corinthians 15:55« rezitiert er Bibelverse und fragt: »Oh Tod, wo ist dein Stachel?« Da wird man eben still und weiß: Ja, Johnny, du konntest sterben und davon singst du bis zuletzt.

Hier gibt es die CD »American VI: Ain’T No Grave«:

Macs im pastoralen Dienst

51UzkeQ+b8L._SL160_.jpgDavid Lang von OakTree Software hat ein Buch über MAC-Computer im geistlichen Dienst geschrieben. Er sagt zum Projekt:

Last year, when there was no shortage of Accordance work for me to do, OakTree Software graciously gave me the time I needed to write a book entitled Macs in the Ministry. That book is being published by Thomas Nelson as part of their new Tech Guide series, and is scheduled to be released next month. While the book does include a couple of chapters on Bible software (one surveying the available options and another outlining how to study using Bible software), its focus is not primarily on Bible software, but on how you can use your Mac to help you in six alliterative ministry activities: preparation, presentation, publication, promotion, participation, and practical needs. Macs in the Ministry is divided into two parts. Part One is designed to provide you with »Inspiration.« Each chapter takes one of the ministry activities just listed and shows you what you Mac can make possible. You’ll find lots of ideas you can incorporate into your own ministry, and plenty of examples from other »Mac ministers.« Part Two is about »Perspiration,« about learning how to do some of the things part one inspired you to do. This section contains step-by-step tutorials on how to create movies, slideshows, websites, sermon outlines, a daily Bible study curriculum, etc. When writing Macs in the Ministry, I wanted to do more than just write a technology book. So I took this as an opportunity to preach to the preachers. Throughout the book you’ll find practical ministry advice on developing a coherent philosophy of technology in ministry, selecting the right image for a presentation, taking advantage of social networking, Biblical examples of self-promotion, why we often fail to involve others in the work of ministry, ways to avoid neglecting your family, and much more. My hope is that Macs in the Ministry will end up on people’s shelves because of their interest in technology, but will stay on their shelves because it offers ministry advice which will never become obsolete.

Das Buch:

  • David Lang: Macs in the Ministry (Nelson’s Tech Guides), Nelson Pub Group, 2010, 272 S.

kann hier bestellt werden:

Im Zweifel für den Zweifel?

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Flyer mit Anmeldemöglichkeit hier: flyer.pdf.

Ich hoffe, wir sehen uns!

Brian McLaren: Eine neue Form des Christentums

Kevin DeYoung hat mit einer ausführlichen Besprechung des Buches:

begonnen.

Die Serie kann hier mitverfolgt werden: thegospelcoalition.org.

Auch Tim Challies hat das Buch gelesen und schreibt:

Er leugnet den Sündenfall, er leugnet die Ursünde, er leugnet die Verderbtheit [des Menschen], er leugnet die Existenz der Hölle …

Seine Rezension gibt es hier: www.challies.com.

Glenn Penner (1962–2010)

77f0f85304.jpgZusammen mit Johannes vom Nachfolgeblog und einigen anderen Freunden habe ich vergangenes Jahr an der deutschen Herausgabe des Buches In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Discipleship (Bartlesville: Living Sacrifice Books, 2004) von Glenn Penner gearbeitet. Das Buch soll irgendwann einmal beim Hänssler Verlag erscheinen. Es ist eine ausgezeichnete theologische Abhandlung über Christenverfolgung und das Leiden der Christen.

Glenn, nicht viel älter als ich, verstarb am 26. Januar nach einer schweren Erkrankung. Auf seinem Blog sind letzte Grüße aus dem Krankenhaus sowie Nachrichten von seiner Familie zu finden. Thomas Schirrmacher und Christof Sauer haben für das IIRF einen Nachruf verfasst (nur auf Englisch).

Ich zitiere hier einen kurzen Absatz über das Leiden, den Glenn für sein Buch geschrieben hat:

Leid ist oft von einem Geheimnis umgeben. Die Frage ist, ob damit auch Glauben einhergehen kann (Lk 18,8). Werden wir unser Vertrauen auf Gott setzen, auch wenn er unsere Warum-Fragen nicht beantwortet? Wie viele von uns in ähnlichen (und sogar in weit weniger schlimmen) Situationen wollte Hiob ernsthaft den Grund dafür wissen, warum er so schwer geplagt war. Aber als Gott antwortet, nennt er in den Kapiteln 38–41 nicht die Gründe, warum Hiob leidet, sondern offenbart sich selbst. Und indem er offenbart, wer er ist, erinnert Gott Hiob letztlich daran, dass für einen Gläubigen angesichts ungerechten Leides das wichtigste Thema nicht dasjenige ist, eine Erklärung auf die Frage »Warum?« zu bekommen, sondern vielmehr eine Antwort auf die Frage »Wer?«. Hiob wird an Gottes Kraft, seine Weisheit und seine Herrschaft über die ganze Schöpfung erinnert. Gottes Antwort an Hiob lautet eigentlich: »So ein Gott bin ich. Ich weiß, was los ist, aber du weißt es nicht. Dein Leben ist immer noch unter meiner Kontrolle und Fürsorge. Wirst du mir vertrauen?« Und diese Antwort muss Hiob genügen. Das Buch Hiob hilft uns auch zu verstehen, dass Leid nicht immer die Folge von Sünde ist und auch nicht immer Gottes Methode, uns zu reinigen und/oder zu lehren, wie wir im Abschnitt »Leid als Züchtigung« gesehen haben. Hiobs Freunde beschränkten sich auf diese Antwort, und aus diesem Grund verurteilte Gott sie (Hiob 38,2; 42,8). Eine sorgfältige Untersuchung der Frage, wie Gott Leid zur Züchtigung einsetzt, scheint außerdem die Behauptung zu bestätigen, dass in Fällen, wo man ehrlich nicht sagen kann, worin in diesem Fall die Buße bestehen soll, es fraglich ist, ob das in diesem Fall wirklich Gottes Absicht ist. Sicher ist, dass Gott nicht straft, ohne vorher überführt zu haben. Bestrafung ohne Überführung wäre rachsüchtig, ebenso wie eine Strafe nach Sündenbekenntnis und Buße. Mein Rat an Menschen, die Leid erfahren, wäre der, dass sie sich bewusst in Gottes Gegenwart begeben, aufrichtig sein Angesicht suchen und seinen Geist bitten, ihr Herz und ihr Leben zu prüfen. Wenn Gott Sie nicht von Sünde überführt, oder falls ernsthaftes Sündenbekenntnis und Buße in Ihrer Lage nicht Abhilfe schaffen, dann ist es meiner Meinung nach angemessen zu sagen, dass in dieser Situation andere Faktoren im Spiel sind. Wir sind dann aufgerufen, Gott weiterhin zu lieben und ihm zu vertrauen – in dem Wissen, dass diese Reaktion die Anklagen des Satans als Lügen offenbart.

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Zum Foto: Glenn Penner (links) predigt und wird von Thomas Schirrmacher (rechts) übersetzt.

»Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit«

Helene Hegemann wurde in den vergangenen Wochen wie ein Wunderkind durch die Feuilletons gereicht. Inzwischen ist allen klar, dass sie beträchtliche Teile ihres postmodernen Erfolgsromans Axolotl Roadkill abgeschrieben hat (wird wohl nächste Woche auf der SPIEGEL-Liste Platz 2 belegen). Wie reagiert die Autorin aus der auf Authentizität versessenen Jugendkultur auf die Plagiatsvorwürfe? Lapidar:

Ich habe mich also überall bedient, wo man Inspiration findet. Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.

Sie wird eine Heldin bleiben.

Durch den spektakulären Fall ist inzwischen die literarische Vorlage berühmt geworden. Strobo, das Buch jenes Bloggers, der anonym bleiben möchte, gewährt Einblicke in die Verlorenheit und Einsamkeit der Menschen, die in ihrer Erlebniskultur die Auflösung des Ich zelebrieren und in nüchternen Minuten spüren, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Mögen noch viele aufwachen.

Die FAZ hat mit »Airen« gesprochen. Ja, ich empfehle auch den ganz frommen Blog-Lesern einmal in die Welt der multiplen Identitäten einzutauchen (und wenigsten die unten angeführten Zitate, vielleicht aber auch eines der beiden Bücher, zu lesen). Das kann eine sehr heilsame Erfahrung sein.

Hier: www.faz.net.

10 Kinofilme die sich lohnen

up.jpgDie Zeitschrift Christianity Today hat die 10 Filme des Jahres 2009 ausgewählt. »Oben« steht ganz oben auf Platz 1.

Hier die Liste: www.christianitytoday.com.

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