Archiv für die 'Gesellschaft' Kategorie

Transformative Theologie

Haben Christen den Auftrag, die Kultur zu transformieren? Trevin Wax hat mit Mark Galli von CT über diese Frage gesprochen. Galli verweist auf eine neues Buch von James Davison Hunter, der die evangelikalen Ansätze untersucht hat und ihnen insgesamt Naivität bescheinigt. Galli fordert die Christen auf, wieder mehr über die Gnade Gottes zu sprechen. Zitat:

James Davison Hunter has just published a book, To Change the World: The Irony, Tragedy, and Possibility of Christianity in the Late Modern World. He analyzes the work of everyone from Chuck Colson to James Dobson to Jim Wallis to Andy Crouch, arguing that evangelical views on transforming culture have been naive. Whether you agree with him or not, the book will change the conversation in our movement. An interview with him will appear in the May issue of CT. (So just a heads up to your readers about that.) My personal view is that it is not our job to transform our culture, let alone the world. Our job is to do the specific thing God has called us to do, whether that is evangelizing the neighborhood, working against the sexual slave trade, relieving world hunger, or whatever. Our job is to do that faithfully and well – and to let God take care of transforming the culture. Transforming culture is an incredibly complex thing that no person or group can possibly grasp. It’s something that happens, but it happens over centuries. The process is so slow that it is indiscernible to us except in hindsight. I think talk about transforming the world usually fills us with dreams and visions of our own power, when really our vision should be on the people we’re are seeking to love in Christ’s name.

Hier das Interview: trevinwax.com.

Erschöpft, ausgebrannt, arbeitsmüde

Burnout heißt die neue Zivilisationskrankheit – jeder neunte Deutsche ist betroffen. Immer häufiger trifft es junge Akademikerinnen: Ehrgeizige Karrierefrauen, die alles auf einmal schaffen wollen und daran zugrunde gehen.

In den Praxen fällt auf, dass die Patienten immer jünger werden. Und immer weiblicher. Eine Gruppe kreisen die Fachleute als besonders gefährdet ein: junge Frauen, Anfang 30, hochbegabt, ehrgeizig. Akademikerinnen in der »Rush-hour des Lebens«, die auf der Höhe der körperlichen Kraft und der Leistungsfähigkeit an Grenzen stoßen; »Weltrekordlerinnen«, wie sie Burisch [Anmerkung: Professor Matthias Burisch aus Hamburg] nennt, die alles auf einmal wollen: tolle Karriere, toller Mann, tolle Kinder. Schwäche zeigen ist dabei verboten, zumindest glauben sie das. »Sonst haben wir schon verloren gegen die Männer, können uns nicht behaupten gegen die Karriereheinis in unserem Umfeld«, sagt Mareike. In ihrer Kur traf sie auf ganze zwei Männer – der Rest ausschließlich Frauen.

Hier der Artikel von Georg Meck: www.faz.net.

Bedroht, verfolgt, ermordet – die Lage der Christen im Irak

Der DLF hat über die schwierige Lage der Christen im Irak berichtet.

Hier der Podcast: dlf_20100303_0936_efc21300.mp3.

Öffentliche Religion: Ein Symbol vor Gericht

Richter in Düsseldorf ziehen um und nehmen die Kreuze nicht mit. Nun gibt es Streit mit den Kirchen. Wie viel Einfluss hat der Glaube in Deutschland noch? Anna-Verena Ruster schreibt:

Der Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser ist empört. Er sagt, ein Kreuz sei kein beliebiger Einrichtungsgegenstand, den man wie eine Vase oder wie einen Aktenschrank zurücklassen könne. Im Nationalsozialismus und im Kommunismus seien Kreuze aus dem öffentlichen Raum entfernt worden – beides Systeme, die Gerechtigkeit und Justiz mit Füßen getreten haben. Und nun passiert genau das, die Entfernung des Kreuzes, im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf. In Abstimmung mit dem Oberlandesgericht haben die beiden Präsidenten der Gerichte entschieden, die Kreuze nicht mitzunehmen, wenn sie Mitte März in ein neues Gebäude umziehen. Dabei sehen sie sich durch viele Argumente bestärkt. Der Pressedezernent des Landgerichts, Peter Schütz, weist darauf hin, dass auch in den beiden obersten Gerichten der Bundesrepublik in Karlsruhe kein Kreuz hängt, weder im Bundesverfassungsgericht noch im Bundesgerichtshof, der für Zivil- und Strafrecht zuständig ist. Die christlichen Symbole würden nun auch aus dem weltanschaulich neutralen öffentlichen Raum des Düsseldorfer Gerichts entfernt werden. In der Chirurgie des Kreiskrankehauses Bad Soden im Main-Taunus Kreis wurden, angeblich nach der Beschwerde zweier Patienten, zwölf Kreuze abgehängt und in Müllsäcken abtransportiert. Das städtische Krankenhaus war früher katholisch. Nach dem Umzug der Chirurgie nach Bad Soden hatten Mitarbeiter die Kreuze wieder aufgehängt.

Hier der Artikel: www.merkur.de.

Maria Flachsbarth begrüßt »Tag der bedrängten und verfolgten Christen«

CDUhanossib1123-3.jpgDie Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) begeht am 28. Februar erstmals einen »Tag der bedrängten und verfolgten Christen«. Dazu erklärt die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Dr. Maria Flachsbarth, MdB am 25. Februar:

Die christlich-liberale Koalition hat die Religionsfreiheit im Koalitionsvertrag ganz oben auf die Agenda gesetzt. Dafür weltweit einzutreten und dem Schicksal verfolgter Christen Aufmerksamkeit zu schenken, ist eine zentrale Aufgabe für diese Legislaturperiode. Ich freue mich daher, dass die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) einen Tag für die bedrängten und verfolgten Christen anberaumt hat.
Vor allem Christen ist in vielen Staaten das Bekenntnis zu ihrer Religion nicht möglich, ohne dass sie dafür Nachteile erleiden oder sogar Gewalt erfahren. Besonders gilt dies beispielsweise in Indien, Ägypten und Malaysia. Es ist ein Gebot der Solidarität, dass wir kontinuierlich auf ihre schwere Situation aufmerksam machen. Darüber hinaus fordern wir die ungestörte Religionsausübung für alle religiösen Minderheiten ein.
Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) nimmt an diesem Sonntag vor allem die christliche Minderheit im Irak in den Blick. Es ist wichtig, dass wir die Christen in dieser Region nach den gemeinsamen Anstrengungen für die Aufnahme 10 000 verfolgter Iraker in die Europäische Union jetzt nicht aus den Augen verlieren. Die jüngsten Übergriffe im Norden des Landes beweisen dramatisch, dass Christen im Irak weiterhin massiv bedroht sind und für ihren Glauben oft mit dem Leben bezahlen müssen.

Jungs von heute – verweichlicht und verweiblicht

Kleine Männer wollen laut sein, raufen, sich beweisen und trotzdem geliebt werden. Doch dafür ist in der pädagogisch korrekten Frauenwelt von heute kaum noch Platz. Jungs werden mehr und mehr in Watte gepackt, harmonisiert und verweichlicht. Warum eigentlich?

Langsam kommt also Schwung in die Debatte um den Mann von morgen. Wolfgang Bergmann, Autor des Buches Ich bin der Größte und ganz allein: Die innere Not unserer Kinder: Der neue Narzissmus unserer Kinder, hat für DIE WELT »Jungs von heute – verweichlicht und verweiblicht« geschrieben:

Die Welt ist für Jungen zu eng geworden. Viel zu normiert. Und langweilig. Was ihnen Spaß macht, ist meistens verboten. Was sie besonders gut können, wird nirgends verlangt – im Kindergarten nicht und in der Schule auch nicht. In der pädagogischen Welt hat sich scheinbar alles verschworen, ihnen ihre „männlichen“ Eigenschaften abzugewöhnen. Jungen werden unruhig dabei, fahrig und eine immer größere Zahl sogar seelisch krank, hyperaktiv oder depressiv.

Hier der Artikel: www.welt.de.

Es steht nicht gut um den Mann

Männer sind gegenüber den Frauen auf dem Rückzug, darin waren sich die Teilnehmer auf dem Männerkongress in Düsseldorf schnell einig. Die Fakten sprechen gegen die Testosteronwelt: Männer begehen häufiger Selbstmord, Frauen reichen öfter die Scheidung ein und dann ist da noch die Sache mit dem Fußball.

Jan Draeger berichtet für DIE WELT über den bereits erwähnten Männerkongress:

Der Baseler Männerforscher Walter Hollstein provoziert mit seinem Bild vom Abschied des starken Mannes am meisten und angenehmsten. Männer seien im Laufe der Geschichte um viele ihrer Fähigkeiten enteignet worden. In der feministischen Literatur wurden Männer mit Nazis gleichgesetzt, ja ihre Vernichtung ausgerufen.

Negative Bilder des Maskulinen seien in den Medien weit verbreitet, auch habe man sich fast schon daran gewöhnt, auf Kosten der Männer zu lachen. Soll sich der Mann heute statt in der Auseinandersetzung mit der Frau lieber allein auf die Suche nach dem Männlichen begeben? Doch die Abgrenzung, das zeigte eine Diskussion, ist nicht die Sache des modernen Mannes. Er mag es, so scheint es, eher kuschelig, ohne Reibung. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass so viele Frauen da sind. Denn Männer, so gab mancher der anwesenden Therapeuten, zu bedenken, reden offener, wenn sie unter sich sind.

Der muntere Professor Hurrelmann bringt es mit diplomatischen Geschick auf den Punkt: »Der neue Mann kann nur so gut sein wie die die neue Frau.« Ohne Gegensätze anscheinend kein Miteinander. Der verlässliche, ebenbürtige, aber auch so andere Partner muss her.

Hier der vollständige Artikel: www.welt.de.

Nachtrag: Auch DER SPIEGEL berichtet: www.spiegel.de.

Lehrveranstaltung zur Christenverfolgung an der Humboldt-Universität

201002081912.jpgDr. Christof Sauer aus Kapstadt wird vom 29.03.2010, 9:00 Uhr – 01.04.2010, 13:00 Uhr, ein Ferienseminar zum Thema »Theologien des Leidens, der Verfolgung und des Martyriums um Christi willen« an der Theologischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität anbieten. Die »Blockübung« steht für Studenten aller Semester und externe Teilnehmer offen. Eine Teilnahme muss bis zum 22.3.2010 angemeldet werden.

Sauer schreibt zur Veranstaltung:

Es gerät zunehmend ins Bewusstsein, dass ein großer Teil der Christenheit unter Bedrängnis oder Verfolgung lebt. Allerdings wird, wenn in Deutschland Martyrium zur Sprache kommt, der öffentliche Diskurs dominiert von Assoziationen mit fanatischen Selbstmordattentätern und nicht von einer christlichen theologischen Interpretation. In anderen Teilen der Welt, vor allem auf der südlichen Halbkugel, ist die aktuelle theologische Reflexion über Leiden, Verfolgung und Martyrium um Christi Willen zum Teil weit fortgeschritten.

Weiter Informationen gibt es hier: www.religionsfreiheit.net.

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