Bedroht, verfolgt, ermordet – die Lage der Christen im Irak
Der DLF hat über die schwierige Lage der Christen im Irak berichtet.
Hier der Podcast: dlf_20100303_0936_efc21300.mp3.
Der DLF hat über die schwierige Lage der Christen im Irak berichtet.
Hier der Podcast: dlf_20100303_0936_efc21300.mp3.
Richter in Düsseldorf ziehen um und nehmen die Kreuze nicht mit. Nun gibt es Streit mit den Kirchen. Wie viel Einfluss hat der Glaube in Deutschland noch? Anna-Verena Ruster schreibt:
Der Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser ist empört. Er sagt, ein Kreuz sei kein beliebiger Einrichtungsgegenstand, den man wie eine Vase oder wie einen Aktenschrank zurücklassen könne. Im Nationalsozialismus und im Kommunismus seien Kreuze aus dem öffentlichen Raum entfernt worden – beides Systeme, die Gerechtigkeit und Justiz mit Füßen getreten haben. Und nun passiert genau das, die Entfernung des Kreuzes, im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf. In Abstimmung mit dem Oberlandesgericht haben die beiden Präsidenten der Gerichte entschieden, die Kreuze nicht mitzunehmen, wenn sie Mitte März in ein neues Gebäude umziehen. Dabei sehen sie sich durch viele Argumente bestärkt. Der Pressedezernent des Landgerichts, Peter Schütz, weist darauf hin, dass auch in den beiden obersten Gerichten der Bundesrepublik in Karlsruhe kein Kreuz hängt, weder im Bundesverfassungsgericht noch im Bundesgerichtshof, der für Zivil- und Strafrecht zuständig ist. Die christlichen Symbole würden nun auch aus dem weltanschaulich neutralen öffentlichen Raum des Düsseldorfer Gerichts entfernt werden. In der Chirurgie des Kreiskrankehauses Bad Soden im Main-Taunus Kreis wurden, angeblich nach der Beschwerde zweier Patienten, zwölf Kreuze abgehängt und in Müllsäcken abtransportiert. Das städtische Krankenhaus war früher katholisch. Nach dem Umzug der Chirurgie nach Bad Soden hatten Mitarbeiter die Kreuze wieder aufgehängt.
Hier der Artikel: www.merkur.de.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) begeht am 28. Februar erstmals einen »Tag der bedrängten und verfolgten Christen«. Dazu erklärt die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Dr. Maria Flachsbarth, MdB am 25. Februar:
Die christlich-liberale Koalition hat die Religionsfreiheit im Koalitionsvertrag ganz oben auf die Agenda gesetzt. Dafür weltweit einzutreten und dem Schicksal verfolgter Christen Aufmerksamkeit zu schenken, ist eine zentrale Aufgabe für diese Legislaturperiode. Ich freue mich daher, dass die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) einen Tag für die bedrängten und verfolgten Christen anberaumt hat.
Vor allem Christen ist in vielen Staaten das Bekenntnis zu ihrer Religion nicht möglich, ohne dass sie dafür Nachteile erleiden oder sogar Gewalt erfahren. Besonders gilt dies beispielsweise in Indien, Ägypten und Malaysia. Es ist ein Gebot der Solidarität, dass wir kontinuierlich auf ihre schwere Situation aufmerksam machen. Darüber hinaus fordern wir die ungestörte Religionsausübung für alle religiösen Minderheiten ein.
Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) nimmt an diesem Sonntag vor allem die christliche Minderheit im Irak in den Blick. Es ist wichtig, dass wir die Christen in dieser Region nach den gemeinsamen Anstrengungen für die Aufnahme 10 000 verfolgter Iraker in die Europäische Union jetzt nicht aus den Augen verlieren. Die jüngsten Übergriffe im Norden des Landes beweisen dramatisch, dass Christen im Irak weiterhin massiv bedroht sind und für ihren Glauben oft mit dem Leben bezahlen müssen.
Dr. Christof Sauer aus Kapstadt wird vom 29.03.2010, 9:00 Uhr – 01.04.2010, 13:00 Uhr, ein Ferienseminar zum Thema »Theologien des Leidens, der Verfolgung und des Martyriums um Christi willen« an der Theologischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität anbieten. Die »Blockübung« steht für Studenten aller Semester und externe Teilnehmer offen. Eine Teilnahme muss bis zum 22.3.2010 angemeldet werden.
Sauer schreibt zur Veranstaltung:
Es gerät zunehmend ins Bewusstsein, dass ein großer Teil der Christenheit unter Bedrängnis oder Verfolgung lebt. Allerdings wird, wenn in Deutschland Martyrium zur Sprache kommt, der öffentliche Diskurs dominiert von Assoziationen mit fanatischen Selbstmordattentätern und nicht von einer christlichen theologischen Interpretation. In anderen Teilen der Welt, vor allem auf der südlichen Halbkugel, ist die aktuelle theologische Reflexion über Leiden, Verfolgung und Martyrium um Christi Willen zum Teil weit fortgeschritten.
Weiter Informationen gibt es hier: www.religionsfreiheit.net.
Eine Hälfte der Christenheit genießt die Sonnenseite der Religionsfreiheit. In keiner anderen Religion liegt dieser Anteil so hoch. Ein Grund: Religionsfreiheit herrscht in der Regel da, wo das Christentum lange Einfluss auf die Regierung hatte. Doch hat auch keine Glaube mit Ausnahme der Bahai einen höheren Anteil an Verfolgten aufzuweisen. 75 Prozent aller Opfer der Verletzung von Religionsfreiheit sind Christen.
Hier ein Artikel von Thomas Schirrmacher im Rheinischen Merkur: www.merkur.de.
Christianity Today informiert über die geplante EU-Richtlinie:
Under an anti-discrimination directive passed by the European Union Parliament in April, Christian churches, schools, and social services in Europe cannot limit their membership to those who share their beliefs. The directive, which the parliament passed by a 360-277 vote, must be passed unanimously by member states for it to become law.
Hier mehr: www.christianitytoday.com.
Necla Kelek wehrt sich engagiert gegen den jüngst erhobenen Vorwurf, sie sei eine Hasspredigerin:
Aber ich bestehe darauf, dass wir, reflektiert und auf den Inhalt konzentriert, über den Islam streiten, jenseits persönlicher Angriffe. Wir brauchen eine Debatte über das, was unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält: einen Diskurs über die Freiheit des Wortes und seine Grenzen und darüber, ob in diesem Land die Menschenrechte tatsächlich für alle gelten, auch für alle Muslime; welche Rolle die Religion in unserem Leben spielen sollte und warum unter Verdacht gerät, wer unsere Freiheitswerte verteidigt. Vielleicht spiegeln meine Kritiker ja nur ihre eigene Verunsicherung in Sachen „westliche Werte“ – die Steinfeld immer in Anführungszeichen setzt – und kompensieren dies mit verbalen Hieben.
Dabei wird deutlich, wie fremd ihnen die Kultur des Islam ist. Und irgendwie versuchen sie den Eindruck zu erwecken, es handele sich ums Feuilleton und nicht um eine politische Auseinandersetzung.
Hier der Text: www.faz.net.
Gestern hat SWR2 Kontext eine Sendung über Evangelikale ausgestrahlt. Zur Sendung heißt es:
Sie sind gegen Homosexuelle und Sex vor der Ehe. Sie kämpfen gegen Dämonen und gegen Darwins Evolutionslehre. Sie nehmen die Bibel wörtlich und den Missionsauftrag bitter ernst. Und sie haben enormen Zulauf. Rund eine Million Menschen haben sich nach eigenen Angaben den so genannten Evangelikalen angeschlossen. Fundamentalistische Christen in Deutschland sind eine ernsthafte Konkurrenz für die Landeskirchen geworden. Und auch eine Gefahr für die tolerante Demokratie? Fragen an die Autorin des Buches »Mission Gottesreich«, Oda Lambrecht.
Leider wieder ein Beitrag, der den fairen Dialog auf Augenhöhe scheut und bekannte Schablonen rezitiert. Der Podcast kann hier herunter geladen werden: swr2-kontext-20100107-1905.6444m.mp3.