Archiv für die 'Praktische Theologie' Kategorie

Was denken afrikanische Bischöfe über die Kirche im Westen?

In Entebbe (Uganda) treffen sich derzeit 400 afrikanische Bischöfe der Anglikanischen Kirche, um über die Zukunft der Kirche in auf ihrem Kontinent zu beraten. Der »Council of Anglican Provinces of Africa« (CAPA) trifft sich zum zweiten Mal in der seiner Geschichte. Von der Konferenz ist zu hören:

Die Konferenz der 400 afrikanischen Bischöfe, die sich hier treffen, richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Kirche in Afrika. Die Bischöfe interessieren sich wenig für den Westen und sehen keine Zukunft für die Verbundenheit mit einer sterbenden Kirche, die sich mehr für praktizierte Homosexualität als für die Ausbreitung des Evangeliums interessiert.

Quelle: www.virtueonline.org.

Don Quijote und der Fundamentalist

Johannes trifft den Nagel auf den Kopf:

Jesus Christus selbst, als Vorbild all derer, die ihm folgen, wurde unschuldig hingerichtet und bat dennoch um Vergebung für seine Peiniger. Sein Leben und sein Dienst waren durchzogen von Liebe und Aufopferung für andere – und das alles als einer, der gekommen war, die Bibel zu erfüllen (Mt 5,17–20; Joh 5,39). Seinen Jüngern verbot er Gewalt im Einsatz für ihn (Joh 18,11) und rügte sie, wo sie dem Wort der Bibel nicht vertrauten (Lk 24,13ff.). Derjenige, der Jesus nachfolgt, ist keine Gefahr, sondern eine Bereicherung für die Gesellschaft, weil er bestrebt ist, hingebungsvoll seinem Nächsten in Liebe zu dienen: »Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben« (1Tim 1,5).

So zieht unser Don Quijote wieder einmal gegen ein Phantom zu Felde und richtet viel unnötigen Schaden an. Doch noch tragischer als seine Gestalt, erscheinen mir jene, die zwar Christen sein wollen, doch dem Wort ihres Herrn dennoch nicht vertrauen!

Hier die vollständige Geschichte: www.nachfolgeblog.de.

Subkulturelles Christentum

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Brett McCracken hat mit Hipster Christianity: When Church and Cool Collide ein Buch über subkulturelle Formen des Christentums geschrieben. Hier das Inhaltsverzeichnis:

  1. Is Christianity Cool?
  2. The History of Hip
  3. Hipsters Today
  4. The History of Hip Christianity
  5. Christian Hipsters Today
  6. Christian Hipster Churches
  7. The Emerging Church
  8. Social Justice, Missional, and the New Christian Left
  9. Reframing Christian »Art«
  10. Wannabe Hip Churches
  11. What’s So Wrong with Cool?
  12. Authentic Christian Cool
  13. Reversing the Ripple Effect

Scot McKnight schreibt zum Buch:

Brett McCracken courageously and accurately sketches the perennial temptation to sacrifice faithfulness on the altar of “cool.” Every pastor, youth pastor, college chaplain, and Christian college professor needs to sit down with Hipster Christianity, read it carefully, and take a good hard look at whether we are being faithful or being cool. The best example of generous orthodoxy I’ve seen yet.

Das erste Kapitel kann hier heruntergeladen werden: freeChapter.pdf.

Das vollständige Buch:

  • Brett McCracken: Hipster Christianity: When Church and Cool Collide, Baker Book House, 210 S., ca. 13 Euro

gibt es hier:

VD: JT

Space Church

Ich mag Filme. Und ich baue ab und an auch Bezüge zu Filmen in meine Predigten ein. Trotzdem würde ich nicht empfehlen, auf der Grundlage von Kinofilmen im Gottesdienst zu predigen. Die Aufgabe des Predigers ist die Verkündigung des Wortes von Christus (vgl. Röm 10,17). Punkt.

Eine Gemeinde in den U.S.A. startet demnächst eine Predigtreihe zu Kinofilmen und bewirbt das Programm mit einem originellen Trailer. Der Trailer zeugt von der Kreativität der Gemeindemitarbeiter, ist wirklich gut gemacht. Zugleich offenbart er, sicher völlig ungewollt, eine gewisse Tragik: Auf das Popkorn kommt es an.

Ich habe nichts gegen gute Unterhaltung. Aber Gottesdienste wie Unterhaltungsprogramme zu gestalten, immer mehr an die Konsum- und Erwartungshaltung der »Zuschauer« anzupassen, scheint mir ein gut gemeinter, aber kein guter Weg zu sein.

Hier der Trailer:

Predigtkultur: Die Andacht zum Herunterladen

Ein Pastor bräuchte mindestens 20 Stunden für die Vorbereitung einer guten Predigt (Bibelstudium, Textübersetzung, Exegese, Anwendung, Ausarbeitung). Die Praxis sieht anders aus. Viele Prediger sind so mit Verwaltungsaufgaben, Kasualien und Seelsorge eingedeckt, dass die Zeit für eine gründliche Aufbereitung der Sonntagspredigt fehlt. Eine Versuchung.

Das Deutschlandradio hat einen kurzes Beitrag über das Für und Wider der Predigtdatenbanken produziert:

 

Bibelverse auswendig lernen, aber wie?

John Piper erklärt auf unterhaltsame Weise, wie er als Pastor Bibelverse auswendig lernt und bereits erlernte Verse wiederholt:

Drei Tipps für das Hörende Gebet

Während Gott sich in der Bibel (nur) zu allgemeinen heilsgeschichtlichen Fragen mitgeteilt hat, ist das Gebet ein Raum, in dem er sich uns Menschen ganz persönlich offenbart. Insbesondere dann, wenn wir die Technik des »Hörenden Gebetes« erlernen, werden wir die Erfahrung machen, dass Gott nur das Beste für uns will. Dann, wenn er persönlich mit uns spricht, spüren wir, dass wir geliebte »Königskinder« sind und Gott ganz für uns da ist.

Also: Ich nehme mich zurück, lasse die eigenen Gedanken los und warte darauf, dass Gott sich mir durch Bilder, Eindrücke, Stimmen, Schmerzen, Geschmacksempfindungen, Träume oder Farben mitteilt. Auf Gott hören heißt, mein subjektives, in einer Gebetsbeziehung entstandenes Erleben als göttliche Information zu bezeichnen. Dieses Hören auf die Stimme Gottes in meiner Seele kann ich in Seminaren und auf Schulungen erlernen.

Hier noch einige Tipps, die dir dabei helfen können, Gott in dir noch klarer zu hören:

  1. Speise vor dem Schlafengehen ein Rumpsteak sowie ein großes Stück Zwiebelkuchen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Gott im Schlaf mit dir spricht.
  2. Das Lesen der Bibel fördert das unterscheidende und selbstkritische Denken. Wenn du ganz auf die Lektüre dieses alten Buches verzichtest, wirst du Gottes lebendige Ansprache noch intensiver wahrnehmen.
  3. Solltest du einmal den Eindruck haben, dass Gottes Stimme in dir schweigt, deklariere dein Denken als Gottes Reden. Dann kannst du dir völlig sicher sein, dass Gott es ist, der in dir spricht.

Viel Spass!

Was Not tut

Es gibt in der dynamischen christlichen Szene einen Leiterwahn. Durch Schulungen von Leitern sollen Gemeinden auf eine neue, auf eine höhere Ebene geführt werden (siehe auch hier). Die armen Leiter. Können sie diese Lasten wirklich tragen?

Leiterausbildung ist wichtig. Aber Programme, Leitbilder, Persönlichkeitsentwicklung, Visionen und allerlei »Tools« werden nicht weiterhelfen, solange geistliche Leiter das Anliegen der ersten Jünger in Jerusalem vernachlässigen. Die Jünger bekannten in Apg 6,4:

Wir aber werden festhalten am Gebet und am Dienst des Wortes.

Das Evangelium

John Piper, Mark Driscoll und Paul Washer sprechen in diesem 5 Minuten Trailer über Liebe, den Zorn Gottes (Wer macht das heute noch?) und das Evangelium:

Eine Identität ist zu wenig

Der Leiter des Berliner Archivs der Jugendkulturen, Klaus Farin, beschreibt in seinem Aufsatz »Jugendkulturen heute« (APuZ 27/2010, 5. Juli 2010, S. 5) das postmoderne Phänomen der multiplen Identitäten unter Jugendlichen:

Man kann sich Jugendkulturen bildlich wie Tropfen in einem Meer vorstellen: Es regnet selten neue Jugendkulturen, aber innerhalb des Meeres mischt sich alles unaufhörlich miteinander. Immer wieder erfasst eine große (Medien-)Welle eine Jugendkultur, die dann für eine kurze Zeit alle anderen zu dominieren scheint wie Techno in den 1990er Jahren und derzeit Hip-Hop. Doch die Küste naht, und auch die größte Welle zerschellt. Das Wasser verdampft dabei jedoch nicht, sondern es fließt wieder ins offene Meer zurück – zersprengt in viele kleine Jugendkulturen, verwandt und doch verschieden.

Diese ständige Vermischung hat insgesamt die Grenzen zwischen den Szenen seit den 1990er Jahren deutlich durchlässiger werden lassen. Selbstverständlich ist jeder Szeneangehörige immer noch zutiefst davon überzeugt, der einzig wahren Jugendkultur anzugehören (Arroganz ist seit jeher ein wichtiges Stilmittel von Jugendkulturen), doch die Realität zeigt: Kaum jemand verbleibt zwischen dem 13. und 20. Lebensjahr in einer einzigen Jugendkultur; typisch ist der regelmäßige Wechsel: heute Punk, in der nächsten Saison Gothic, ein Jahr später vielleicht Skinhead oder Skateboarder. Oder gleich Punk und Jesus Freak, Skateboarder und Hip-Hopper. Oder: An diesem Wochenende Gothic, am nächsten Brit-Popper, der Montag gehört der Liebsten, am Mittwoch geht’s ins Fitnessstudio, am Freitag zur THW-Jugend oder zur Jungen Gemeinde. Für eine wachsende Gruppe der Jüngeren ist eine Identität, eine Rolle zu wenig. Ambivalenz und Flexibilität sind die Lebensprinzipien immer mehr jüngerer Menschen. Was der (Arbeits-)Markt ihnen zwangsweise lehrt, pflanzt sich in den selbstbestimmten Freizeitwelten fort.

Gemeinden, so könnte man schließen, sollten dem Fragmentarisierungstrend nicht übereifrig folgen, sondern das offene Meer im Blick haben.

Ich kann die APuZ-Ausgabe zum Thema Jugendkulturen Pastoren und Mitarbeitern in der Jugendarbeit empfehlen: HQ156C.pdf.

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