Praktische Theologie

Beunruhigt es dich, wenn du dir und den Menschen missfällst?

Hans Joachim Iwand behauptet mit Luther, dass die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, allein bei und im Glauben an Jesus Christus zu finden ist (Glaubensgerechtigkeit, München: Kaiser, 1980, S. 111–112):

Um die Gottesgerechtigkeit, aus der der Glaube lebt, recht zu erfassen, muß man also alles andere sich aus dem Sinn schlagen: Gesetz, Werk, Gewissen, Vernunft, Gericht, Moral, und was der Dinge mehr sind, und – als fingen wir neu an zu leben, zu denken und zu begreifen – allein an Christus und aus ihm lernen, was „Gerechtigkeit Gottes“ heißt. Alles, was wir sonst davon wissen, hilft uns nicht, sondern hindert uns zu verstehen, was hier offenbar geworden ist.

Luther hat im Anschluß an Augustin diese Gerechtigkeit gern eine solche genannt, mit der uns „Gott bekleidet“, die er uns schenkt, und so wird sie auch meistens dargestellt. Aber es mangelt diesen Darstellungen, wie ich meine, das Empfinden für das eigentliche Problem, um das es geht: warum diese Gnade, dies Geschenk, Gerechtigkeit heißt und ist, Gottes-Gerechtigkeit! Wer weiß, ob wir trotz reicher Darstellung von Luther und seiner Lehre diesen letzten und entscheidenden Punkt bei ihm, ja mehr: diesen innersten Punkt des Evangeliums und der Offenbarung Gottes ganz verstanden haben; wer weiß, ob nicht unser landläufiges Verständnis zu einfach, zu sehr in gewohnten Bahnen laufend ist, ob wir nicht hier weiterfragen und suchen müssen?!

Luther hat einmal einen seltsamen Satz über diese Gottesgerechtigkeit geschrieben, der uns vielleicht Fingerzeig sein kann: „so daß Gott und wir in ein und derselben Gerechtigkeit sind, wie auch Gott mit demselben Wort schafft und wir sind, was er schafft, so daß wir in ihm sind und sein Sein unser Sein ist“. Der Vergleich mit der Schöpfung ist wichtig. Dieser in Christus uns begegnende Gott begegnet uns in der Tat als der Schöpfer, und das Sein, das er schafft, ist sein eigenes Sein. Nur daß hier Gott nicht schafft aus dem Nichts, sondern daß er erst zunichte machen muß, damit er neuschaffen kann! „Wer gerecht werden will, der muß zum Sünder werden, wer gesund werden möchte, gut, gerade, ja Gott ähnlich und ein christliches Glied der Kirche, der möge krank werden, böse, verkehrt, ja teuflisch, häretisch, ungläubig wie ein Türke, wie Paulus sagt: ,Wer unter euch will weise sein, der möge zum Toren werden, damit er weise werde.‘ [1 Kor 3,18] So möge denn diese Sentenz feststehen, denn so ist es der Wille Gottes im Himmel, daß er sich vorgenommen hat, durch Torheit hindurch weise, durch Schlechtigkeit hindurch gut, durch Sünde gerecht, durch Verkehrtheit gerade, durch Ungesundheit gesund, durch Ketzerei kirchlich, durch Unglaube Christen, durch die teuflische Form gottähnliche Menschen zu schaffen. Du fragst: Wie? Es soll dir schnell und kurz gesagt werden: Du kannst nicht der in Gott werden, der du möchtest, wenn du nicht zuvor der in dir selbst und vor den Menschen wirst, als den er dich will. Er will aber, daß du in dir selbst und vor den Menschen wirst, was du in Wahrheit bist, nämlich Sünder, böse, ungesund, verkehrt, teuflisch. Das sind deine Namen. Das sind deine Sachen, das ist deine Wahrheit selbst, und das ist die Demütigung; sobald das geschehen ist, bist du ja schon vor Gott, was du zu sein wünschtest, nämlich heilig, gut, wahr, gerade, fromm. Aus diesem Grunde wirst du ein anderer sein vor dir und den Menschen und ein anderer vor Gott. Was staunst du? Was beunruhigt es dich, wenn du dir und den Menschen mißfällst? Wenn du denen nicht mißfallen würdest, könntest du Gott nicht gefallen.“

Hypergeistlichkeit

Am 4. Juli 1970 schrieb Francis Schaeffer einen Brief an einen jungen Mann in Japan, der die Beziehung zu einer jungen Amerikanerin mit dem Namen Carolyne beendet hatte, da er unter dem Eindruck stand, dass seine Liebe nicht „rein genug“ war.

Schaeffer griff in hilfreicher Weise Themen wie Vollkommenheitsideal, Hypergeistlichkeit oder Antinomismus auf. Nachfolgend gebe ich einen Auszug weiter (aus #ad Letters of Francis A. Schaeffer: Spiritual Reality in the Personal Christian Life, hrsg. von Lane T. Dennis, Wheaton, IL: Crossway, 1985, S. 197–198):

Ich bin der festen Überzeugung, dass einer der größten Flüche eines Großteils des evangelikalen Christentums darin besteht, dass Menschen das Gefühl haben, sie hätten das Recht, anderen Menschen zu sagen, was der Wille des Herrn für sie ist; und ehrlich gesagt glaube ich, dass einige Deiner Fehler ihren Ursprung in den meiner Meinung nach schlechten Ratschlägen haben, die Dir Christen seit Deiner Rückkehr nach Japan gegeben haben.

Wenn Maßstäbe aufgestellt werden, die nicht wirklich biblisch sind, und insbesondere wenn diese als geistlicher Maßstab dargestellt werden, nach dem wir streben sollten, kann das nur zu Kummer führen. Wenn wir versuchen, eine Geistlichkeit zu erreichen, die höher ist als die, die die Bibel vorgibt, wird sie sich immer als niedriger erweisen. Mir ist klar, dass Christen, die dies tun, nicht glauben, dass sie einen Maßstab aufstellen, der sich von der Schrift unterscheidet, aber in Wirklichkeit ist es genau das.

[Im Bereich der Liebesbeziehung wie auch im gesamten Leben] gibt es zwei Gefahren, denen man widerstehen muss. Die erste ist der Antinomismus. Dies ist seit den Anfängen der Kirche eine Irrlehre. Der Antinomismus lehrt, dass wir durch das Blut Christi und nichts anderes gerettet werden und es daher nach unserer Errettung keine Rolle spielt, wie wir leben. Die gegenteilige Gefahr, die ebenso zerstörerisch ist, ist jede Form von Askese. Askese ist die Abwertung des ganzen Menschen – theoretisch, um den spirituellen Teil des Menschen zu stärken. Diese Abwertung des ganzen Menschen kann die Abwertung des Intellekts, des Künstlerischen oder des Körperlichen sein. Was die Menschen vergessen, ist, dass Gott den ganzen Menschen geschaffen hat und kein Teil des Menschen von Natur aus sündig ist. Jeder Teil des Menschen kann sündhaft sein, und in einer gefallenen Welt gibt es selbst für Christen keine Vollkommenheit in irgendeinem Bereich unseres Lebens.

Somit sind zwei Dinge zu beachten. Die Erkenntnis, dass wir in keinem Bereich unseres Lebens vollkommen sind, bedeutet, dass wir unsere Fehler in jedem Bereich unseres Lebens ständig unter das Blut Christi bringen müssen, um Vergebung zu erlangen. Gleichzeitig müssen wir Christus bitten, seine Frucht in allen Bereichen unseres Lebens hervorzubringen. Das andere, was wir ständig im Auge behalten müssen, ist die Tatsache, dass kein Teil des ganzen Menschen an sich sündhaft ist. Die Vorstellung, dass das „Geistige” hoch und das Intellektuelle oder Körperliche niedrig ist, entspricht nicht dem biblischen Christentum. Es ist eine Askese, die aus der Auferlegung platonischen Denkens auf das Christentum entstanden ist. Ich muss sagen, dass ich aufgrund Deiner Briefe an Carolyn und nun auch Deiner Briefe an mich den Eindruck habe, dass Du diesem Irrtum zum Opfer gefallen bist.

Comic-Zeichner Scott Adams vielleicht im Glauben verstorben

Der Comic-Künstler Scott Adams ist gestern, also am 13. Januar 2026, im Alter von 68 Jahren verstorben. Sehr bekannt wurde er durch die Dilbert-Comics.

In einem Livestream nach seinem Tod teilte Adams’ Ex-Ehefrau eine Erklärung mit, die er vor seinem Tod verfasst hatte und in der er verkündete, dass er Jesus Christus als seinen Herrn und Erlöser angenommen habe

Hier der bewegende Mitschnitt:

John Stott: Das Gebet

Im Jahr 2006 predigte John Stott in der Redeemer Presbyterian Church (New York) über Epheser 2,18, wo steht: „Denn durch ihn haben wir beide durch einen Geist den Zugang zum Vater.“ Das Thema der Predigt war also das Gebet.

Ich empfehle die Aufzeichnung nicht nur wegen der Predigt, sondern auch aufgrund der einleitenden Worte durch den Hauptpastor der Gemeinde. Dort bekennt sich Tim Keller zum Einfluss John Stotts auf sein eigenes Leben und das seiner Frau Kathy. Zudem erläutert er, welche Bedeutung John Stott für das evangelikale Christentum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte.

Sollte jemand nicht wissen, wer John Stott ist, kann er sich über die Buchbesprechung zu Stott on the Christian Life einen ersten Eindruck verschaffen.

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John Stott: Nicht durch Macht

Im Jahr 2000 hat John Stott eine Rede über die schädliche Sucht nach Macht gehalten. Seine Aussagen sind immer noch relevant. Nicht nur in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch in Bezug auf Entwicklungen innerhalb der Kirche. Machkonzentration ist an vielen Stellen angesagt. Und manche „Superapostel“ nehmen für ihre Expansionssucht sogar den Heiligen Geist in Anspruch.

John Stott zeigt anhand von 1 Korinterbrief 1, dass Gott das Machtprinzip aufbricht (oder sogar umkehrt) und sich durch Menschen verherrlicht, die um ihre Schwachheit wissen und aus der Abhängigkeit von Gott leben. 

Hier die Predigt:

Kein „Kuschelchristentum“ bitte

Der nachfolgende Absatz aus unserem Familienrundbrief 2003 (Dezember) gilt heute noch mehr als vor rund 20 Jahren: 

In einem juristischen Seminar der Indiana-Universität (Sagamore, USA) musste Anfang Dezember ein Weihnachtsbaum entfernt werden, da er, obwohl nicht mit religiösen Ornamenten geschmückt, sonst angeblich nicht-christliche Studenten diffamieren könnte. Es ist absehbar, dass die EU auf einen Gottesbezug in der Verfassung verzichten wird. Dies wäre dann mehr als ein rein laizistischer Akt, es wäre die symbolische Versiegelung einer rasanten gesellschaftlichen Umwälzung. Europa hat sich von der befreienden und beflügelnden Kraft des Evangeliums emanzipiert. Was wird nun kommen? Was wird an die Stelle der verbindenden christlichen Wurzeln treten? Die vielgepriesenen Ersatzgötter wie z.B. Konsum, Kapital oder Menschenliebe werden die uns angeborenen religiösen Bedürfnisse nicht sättigen. Treten wir ein in eine Epoche, die von fundamentalistischen Bewegungen gekennzeichnet sein wird? Wird einfach nur das Chaos zunehmen? Wir wissen es nicht. Aber eins ist klar: Der Wind wird für uns Christen rauer werden. Wenn wir unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen etwas mitgeben wollen, dann müssen wir uns verabschieden vom „Kuschelchristentum“, in dem es nur um die Frage der eigenen Befindlichkeit geht, und lernen, Rechenschaft zu geben von der Hoffnung, die in uns ist (vgl. 1 Petr 3,15). Was wir brauchen, sind mutige Nachfolger Jesu, die erhobenen Hauptes Zeugnis ablegen von dem Jesus Christus, der eines Tages wiederkommen wird (vgl. Lk 21,28).

Die B.E.F.-Strategie

Matt Smethurs schreibt in Timothy Keller über den geistlichen Kampf gehen Sünde/Götzen (2025, S. 60–62):

In einem Teil der Predigt „The Freedom of Service“ (dt. „Von der Freiheit, zu dienen“) aus dem Jahr 1994 stellt Keller eine praktische Strategie zur Zerstörung von Götzen vor. Während Ungläubige die Wahrheit in Lüge verkehren (vgl. Röm 1,25), müssen Christen lernen, diesen Instinkt umzukehren: Lüge muss gegen Wahrheit eingetauscht werden. Um den Griff eines Götzen zu lockern, schlägt Keller ein Akronym vor: B.E.F.

Zuallererst benennen wir das Problem. Wir schauen unter die Oberfläche unseres Herzens – wo der Gottesersatz lauert – und erkennen an, dass dort falsche Anbetung stattfindet. Warum ist das der erste Schritt? Weil wir nicht niederreißen können, was wir nicht diagnostiziert haben. Keller betont:

„An einer psychologischen Analyse ist nichts auszusetzen, solange man am Ende zu einer theologischen Analyse übergeht – und Klartext redet. Gib der Sache einen Namen. Gesteh ein, warum sie dir so wichtig ist. Gib zu, dass du nur deshalb glücklich bist, weil du deine Erlösung in Jesus kompromittierst. Du sagst: ‚Jesus ist ja ganz nett, aber um glücklich zu sein, brauche ich auch noch diese andere Sache.’“

Dann müssen wir den Götzen entlarven. Wie Eva sah, dass vom verbotenen Baum „gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte“ (1 Mose 3,6), so verführen uns die Götzen – weshalb wir sie entlarven und ihre echte Gefahr aufdecken müssen. Die Götzen in deinem Leben sind Sklavenhändler, die sich als Abolitionisten verkleiden. Es kommt ein Punkt, an dem du einem Götzen in die Augen sehen und zu ihm sagen musst: „Ich weiß, wer du bist. Du hast deine Hände schon seit Jahren um meinen Hals gelegt. Du kommandierst mich schon seit Jahren herum. Du hältst mich seit Jahren an der Leine. Damit ist jetzt Schluss!“ Kurz: Wir müssen Götzen als das sehen (und verabscheuen), was sie sind: Möchtegerngötter.

Und schließlich freuen wir uns. Wir meinen, Götzen würden uns Freude schenken, aber in Wahrheit sind sie Freudenräuber. Sich von einem erschaffenen Ding zu erhoffen, was nur Gott geben kann, ist ein viel begangener Pfad zur Traurigkeit. Gott allein ist groß genug, um das Gewicht unserer tiefsten Hoffnungen und Ängste zu tragen. Das bedeutet, dass wir unser Herz darauf ausrichten müssen, an Gott – dem wahren Gott – mehr Freude zu haben als an den rivalisierenden Göttern. Wir müssen, so Keller, unser Herz dazu erziehen, von einem Götzen aufzuschauen und zu sagen: „Jesus, du bist derjenige, der mich rechtfertigt, nicht dieses Ding hier. Du bist mein Frieden, nicht jene Sache dort. Du bist mein Meister, nicht das dort drüben. Du bist mein Retter und nichts anderes.“ Das ist keine kalte oder klinische Übung; es geht um Gottes allmächtige Liebe. „Gibt es einen Menschen, der dir wirklich wichtig ist, und sich in jemanden verliebt hat, der ihn nicht gut behandelt?“, fragt Keller. „So sieht Gott dich. Er sieht dich in den Armen der Götzen.“ Kein Wunder, dass Gott in der Bibel oft als eifersüchtig beschrieben wird. Er liebt uns zu sehr, um nicht eifersüchtig zu sein. Seine Eifersucht ist keine Unsicherheit; sie schützt uns vor dem, was uns niemals erfüllen wird. In dem Maße, in dem dein Herz in Gottes eifersüchtiger Liebe ruht (mehr noch: in ihr schwelgt), wird der eiserne Griff deiner Götzen schwächer werden.

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Dane Orlund: 39 Predigtregeln

Dane Ortlund, Autor von Gütig und Sanft sowie Tiefer (#ad), hat seine 39 Predigtregeln, nach denen er jede Predigt zu gestalten versucht, veröffentlicht. Mit seiner freundlichen Genehmigung darf ich sie hier wiedergeben: 

  1. Jesus predigte Frieden (Eph 2,17); sei kein besserer Prediger als Jesus.
  2. Predige zuerst dir selbst.
  3. Predige aus deinem Herzen, nicht nur zu ihren Herzen.
  4. Nutze deine eigene Notlage.
  5. Wie sehr musst du die Menschen hassen, um sie beeindrucken zu wollen, anstatt ihnen zu helfen?
  6. Ein durchgängiger Ton der Ermutigung.
  7. Lebendige Bilder. Innerlich, sinnlich. Wenig Rot mit Analogien.
  8. Sie sind verzweifelter, als sie zeigen.
  9. Die Kraft liegt im Wort, nicht in deiner Klugheit.
  10. Der Geist wirkt mit deiner Schwäche und deiner Not, nicht mit deiner Stärke und Ihrer Vollkommenheit.
  11. Denke dich satt, bete dich strahlend.
  12. Sei konkret, nicht abstrakt.
  13. Konkretheit vermittelt Universalität.
  14. Sei klar. Lewis: Schafe. Wenn du ihnen einen Weg zum Missverständnis bietest, werden sie ihn nehmen.
  15. Sei einfach, aber nicht simplistisch.
  16. Streiche alles Überflüssige gnadenlos.
  17. Lächle. Und meine es ernst. Predigen ist ein Akt pastoraler Liebe.
  18. Lehre allein reicht nicht aus, aber die Menschen wollen die Lehre kennenlernen.
  19. Zeige regelmäßig etwas von deiner eigenen Schwäche.
  20. Teilen ihnen deine neuen exegetischen Entdeckungen mit.
  21. Verlange nicht von Adjektiven, die Arbeit zu leisten, die Verben leisten sollten.
  22. Mache das Evangelium an einer Stelle deutlich.
  23. Es sind sowohl Ungläubige als auch Gläubige anwesend.
  24. Es sind sowohl eifrige als auch stagnierende Gläubige anwesend.
  25. Denke an die Kinder und spreche sie direkt an.
  26. Spreche mit deiner natürlichen Alltagsstimme; widerstehe jeder Form der „Predigerstimme”.
  27. Gehe mit Einwänden um.
  28. Wenn du unsicher bist, ist kürzer besser.
  29. Höre mit der Predigt auf, solange du noch Zuhörer hast.
  30. Du siehst nicht so glücklich aus, wie du bist; strecke dich also nach Freude aus.
  31. Wenn sie sich von dir geliebt fühlen (vgl. Phil 4,1), werden sie mit dir leiden (vgl. Phil 4,14).
  32. „Wir werden dich noch einmal darüber hören“ (Apg 17,32). Wecke ihr Interesse an Jesus, auch wenn sie sich noch nicht in seine Arme geworfen haben.
  33. Lass deine Hauptpunkte nicht auf andere Texte in der Bibel übertragbar sein.
  34. Verlangsame das Tempo, um jedes einzelne Wort des Textes wahrzunehmen – was er sagt und was er nicht sagt.
  35. Beruhige dich und seien du selbst.
  36. Sei ein Landwirt, kein Penny-Stock-Händler. Crockpot (elektrischer Schongarer), keine Mikrowelle.
  37. Gebrauche keine Beredsamkeit, gebrauche lieber Ausstrahlung.
  38. T.F. Tenney: „Predige jede Predigt so, als säße dein Sohn in der letzten Reihe und gäbe der Kirche eine letzte Chance.“
  39. Tinktur. Gib ihnen einen Vorgeschmack darauf, wie Jesus selbst ist. Rutherford.

Selbstfürsorge ist keine Sabbatruhe

Noch ein starkes Zitat aus Brad Edwards’ Buch The Reason for Church (Zondervan, 2025, S. 21–22):

Wie die Kirche im Allgemeinen betrachtet auch der spirituelle Pragmatismus den wöchentlichen Gottesdienst nur als ein Werkzeug in unserem Werkzeugkasten, um unsere spirituellen Bedürfnisse zu befriedigen. Sicher, wir könnten in die Kirche gehen, es sei denn, wir sind zu müde und müssen ausschlafen, oder unsere Kinder haben ein Fußballspiel, oder wir hatten eine lange Woche und brauchen einfach etwas Zeit für uns selbst. Nach einer langen Woche der Selbstverwirklichung fühlt sich der Gang zur Kirche eher wie Arbeit an, nicht wie Erholung. Wir könnten sogar Jesu Lehre zitieren, dass „der Sabbat für den Menschen gemacht ist und nicht der Mensch für den Sabbat“ (Markus 2,27), um zu rechtfertigen, dass wir uns mit einem Wochenende in den Bergen spirituell erholen wollen. Als Zugezogener in Colorado kann ich diese Versuchung gut nachvollziehen, glauben Sie mir. Aber Selbstfürsorge ist keine Sabbatruhe. Jesus lädt uns zu mehr als nur zur Ruhe von der Arbeit ein; der Sabbat ist auch eine Ruhe „für den Herrn, deinen Gott“ (2. Mose 20,10, Hervorhebung hinzugefügt). Der Sabbat ist Ruhe in und durch Gottes Anbetung unter Gottes Volk. Der wöchentliche Sabbat (Ruhe durch Anbetung) wird wie ein Fernglas Gott in unserem Leben vergrößern und unseren Blick mit seiner Herrlichkeit erfüllen. Umgekehrt betrachtet der spirituelle Pragmatismus die Anbetung durch ein Fernglas rückwärts: Er minimiert Gott, indem er unser Wohl statt seiner Herrlichkeit zum Maßstab für unsere wöchentliche Anbetung macht. Eine selbstverwirklichende Anbetung wird sich überhaupt nicht erholsam anfühlen, und ein Sabbat ohne Anbetung ist nur Erholung und Entspannung. Beides ist nicht das lebensspendende Geschenk, das Gott mit dem Sabbat beabsichtigt.

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