GodBlock

Bildschirmfoto 2010-07-08 um 18.08.14.pngFür alle, die sich durch diesen Blog und andere religiös ausgerichtete Internetseiten belästigt fühlen, gibt es Hoffnung. Einige um unsere Volksgesundheit besorgte Kinder- und Lebensschützer entwickeln gerade den Filter GodBlock. Das Produkt soll bald für MS Windows- und Apple Mac-Rechner zur Verfügung stehen.

Na, dann wird die Welt ja demnächst besser werden.

Imagine there’s no Heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us only sky
Imagine all the people
Living for today

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too
Imagine all the people
Living life in peace

VD: KH & AW

Der Gottesbetrug

21OvoyVso6L._SL160_.jpgIn Frankreich ist der legendäre »Traktat über die drei Betrüger« Moses, Jesus und Mohammed ein stiller Bestseller (siehe auch hier). In Deutschland bleibt er – so schreibt DIE ZEIT – noch zu entdecken. Christian Staas hat sich mit dem Herausgeber der deutschen Ausgabe, Winfried Schröder, unterhalten. Schröder stellt im Gespräch klar, dass die meisten Aufklärer Kreationisten waren:

Die allermeisten Aufklärer waren keine Atheisten. Nehmen Sie Voltaire. Er wurde für seine Kirchenkritik in Frankreich verfolgt, wandte sich aber ganz explizit gegen den Traktat! Wir können nicht, sagt Voltaire, ohne einen Gott leben, der am Ende die Bösen bestraft. Es gibt diesen bemerkenswerten Satz von ihm: »Wenn es Gott nicht gäbe, müsste man ihn erfinden.« Die Aufklärung, die sich im öffentlichen Raum bewegt, geht maximal so weit, das Christentum abzulehnen. Voltaire war ja kein Christ mehr. Stattdessen vertrat er die Idee einer »natürlichen Religion«, also eines mit vernünftigen Mitteln begründeten Glaubens, der zugleich auch die Moral sichert. Ähnliches finden wir bei Kant. Auch an der Vorstellung eines göttlichen Weltschöpfers hielten die Aufklärer trotz aller Begeisterung für die Naturwissenschaften fest. Da die natürliche Welt über geordnete Strukturen verfügt, so meinten sie, ist es vernünftig, einen intelligenten Urheber dieser Ordnung zu vermuten. Wenn man so will, waren unsere großen Aufklärer – mit wenigen Ausnahmen wie David Hume – Kreationisten.

Hier das vollständige Interview: Interview-Urbuch-Atheismus.pdf.

Der Herr ist (k)ein Hirte

41HY8jh4grL._SL160_.jpgWährend der Vorbereitungen für den Unterricht musste ich das Buch:

lesen. Das Buch ist – milde gesprochen – eine Anklage. Es macht das Christentum für Intoleranz, Sexismus, Gewalt und viele andere Übel verantwortlich. Hitchens liefert wenige Argumente, sondern glänzt vor allem durch rhetorisch gut verpackte Behauptungen.

Peter Hitchens ist der Bruder von Christopher Hitchens. Er hat nun auch ein Buch geschrieben und erklärt dort, wie ihn der Atheismus seines Bruders zum Glauben geführt hat. In einem kleinen Video stellt er sein Buch vor:

Bestellt werden kann das Buch:

  • Peter Hirchens: The Rage Against God: How Atheism Led Me to Faith, Zondervan 2010

hier:

Antony Flew (1923–2010)

Flew.jpgAntony Flew ist nach langer Krankheit am 8. April 2010 verstorben. Flew, der sich als atheistischer Philosoph einen exzellenten Ruf erwarb, bekennt sich seit 2004 zu seiner Abkehr vom Atheismus. Wikipedia schreibt über seinen Glaubenswechsel:

In seinem 2007 erschienen Buch »There Is a God: How the World’s Most Notorious Atheist Changed His Mind« erläutert Flew, wieso er vom Atheisten zum Gläubigen wurde. Obwohl Antony Flew gegenüber einem Reporter der New York Times einräumte, dass er das Buch, obwohl unter seinem Namen erschienen, nicht selbst geschrieben hat. Das Buch wurde demnach im wesentlichen von dem christlichen Autor Roy Varghese geschrieben, welcher dies auch selbst bestätigt. Diese Version von Roy Varghese wurde nach Angaben des publizierenden Verlagshauses HarperCollins nochmals von dem evangelikalen Pastor Bob Hostetler überarbeitet und erweitert. Nach dieser Kontroverse wurde Antony Flew erneut gefragt; in einer späteren Stellungnahme bestätigte er, dass er zu dem steht, was in dem Buch geschrieben wurde.

Der Telegraph hat einen Nachruf verfasst. Informationen über seine Kritik an Richard Dawkins befinden sich hier.

Totaler Realitätsverlust

Die aktuelle Ausgabe des factum-Magazins zitiert den katholischen Psychiater Manfred Lütz (siehe auch hier) wie folgt:

Wenn Gott existiert, dann ist der Atheismus ein höchst merkwürdiges Phänomen: Man nimmt jemanden nicht wahr, obwohl er da ist – totaler Realitätsverlust, schwere Beziehungsstörung, höchst pathologisch!

US-Atheisten gründen Gemeinden

Der Deutschlandfunk berichtet über die aufstrebenden Atheisten in den U.S.A. Bemerkenswert, dass Teile dieser überwiegend humanistischen Bewegung »gott-lose Gemeinden« gründen.

Hier der kurze Bericht: podcast-mp3.dradio.de.

Robert Spaemann entzaubert den Biologen Richard Dawkins

Nietzsches Übermensch ist wieder da – in den Werken eines Peter Sloterdijk und Richard Dawkins. Robert Spaemann hält den beiden Gottesleugnern sein christliches Menschen- und Gottesbild entgegen. Der Rheinische Merkur hat mit dem Mann gesprochen, der zu den den profiliertesten Philosophen der Gegenwart gehört. Wie zu erwarten, ist das Ergebnis eine spannende Lektüre:

Nietzsche musste eingestehen, dass »auch wir Aufklärer, wir freien Geister des 19. Jahrhunderts, noch an dem festhalten, was der Glaube Platons war und was der Glaube des Christentums ist, dass Gott die Wahrheit und dass die Wahrheit göttlich ist«. Wenn wir aber nicht mehr an Gott glauben können, wie er meint, dann können wir auch nicht mehr an Wahrheit glauben. Dann gibt es nur die subjektive Perspektiven: Jeder hat seine eigene Perspektive auf die Welt. Der vollkommene Relativismus. Niemand kann sagen, wie es wirklich ist. Das gibt es nur, wenn es Gott gibt. Nietzsche geht noch einen Schritt weiter, wenn er sagt: Mit dieser Erkenntnis zerstört die Aufklärung sich selbst; denn sie lebte von dem Pathos der Wahrheit; sie wollte die Menschheit über die Wahrheit belehren und aufklären, weg von Illusionen, weg vom Aberglauben. Aber nun führe die Aufklärung dazu, die Idee Gottes zu beseitigen, womit sie ihre eigenen Voraussetzungen beseitigt.

Deshalb sah Nietzsche in seinem Nihilismus, mit dem man nicht auf die Dauer leben könne, ein Durchgangsstadium. Jenseits des Nihilismus erwartete er eine Welt mit neuen selbst geschaffenen Mythen, die mit Wahrheit nichts zu tun haben. Der von ihm propagierte heroische Nihilismus, der dem Schicksal ins Auge sieht und so lebt, dass er in unendlichen Wiedergeburten immer wieder so leben möchte. Er muss am Ende scheitern und in der Spaßgesellschaft enden. Das hatte Nietzsche vorausgesehen, wenn er das Volk sagen lässt: »Ach Zarathustra, gib uns den letzten Menschen, und wir schenken dir den Übermenschen.«

Hier das Gespräch: www.merkur.de.

Free Enquiry: Mission andersherum

Der Begriff »Mission« wird umgangssprachlich mit der Verbreitung religiöser Anschauungen unter Andersgläubigen in Verbindung gebracht. Dass auch Humanisten und Naturalisten missionieren, zeigt ein zweiter Blick auf das Journal Free Enquiry:

Free Inquiry publishes articles explaining the principles of secular humanism and supporting those living out its ideals. It explores the contributions

• Our best guide to truth is free and rational inquiry; we should therefore not be bound by the dictates of arbitrary authority, comfortable superstition, stifling tradition, or suffocating orthodoxy. We should defer to no dogma – neither religious nor secular – and never be afraid to ask »How do you know?«
• We should be concerned with the here and now, with solving human problems with the best resources of human minds and hearts. If there is to be meaning in our lives, we must supply it ourselves, relying on our own powers, observation, and compassion. It is irrational and ultimately harmful to hang our hopes on gods, the supernatural, and the hidden, which arise out of imagination and wishful thinking. It is pointless – and often dangerous – to push aside human intelligence to reach for some flimsy veil of alleged truths.

Das: »Es ist irrational und letztendlich schädlich, unsere Hoffnung auf Götter zu setzen«, klingt wie ein Glaubensbekenntnis. Zu den Autoren gehören übrigens Leute wie Arthur Caplan, Richard Dawkins, Christopher Hitchens und Peter Singer.

Christenverfolgung andersherum

Schon wieder eine neue Perspektive: Christliche Missionare verfolgen Ungläubige quer durch Deutschland, schreibt Jens Lubbadeh für SPIEGEL online. Die Sache ist harmlos: Atheisten verheißen ein erfülltes Leben ohne Religion und werden von Christen sportlich hinterfragt. So etwas sollte es ruhig öfters geben.

Der Leser achte auf die sprachlichen Feinheiten, z.B.:

Es ist ein Wortspiel. Denn nicht wie damals im Alten Rom werden die Gläubigen verfolgt. 2000 Jahre später sind es die Ungläubigen, auf die Jagd gemacht wird.

Hier der vollständige Beitrag: www.spiegel.de.

Forschungsprojekt: Der »Neue Atheismus« in der Gegenwartskultur

»Die ›Rückkehr der Religionen‹ und die Rückkehr der Religionskritik – Der ›Neue Atheismus‹ in der deutschen und US-amerikanischen Gegenwartskultur« lautet das Thema eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes unter der Leitung von Hartmut Zinser, Professor für Religionswissenschaft an der FU Berlin.

Laut der Universität untersucht das Projekt die gegenwärtigen Tendenzen atheistischer Religionskritik. Zu deren prominentesten Vertreter, welche die Wissenschaftler ins Blickfeld rücken, gehören Richard Dawkins, Biologe und Autor des Buches Der Gotteswahn , Sam Harris, Autor des Buches Das Ende des Glaubens, Christopher Hitchens, Verfasser von Der Herr ist kein Hirte, Daniel Dennett, Dan Barker, Richard Carrier sowie der Vorstandssprecher der religionskritischen »Giordano-Bruno-Stiftung«, Michael Schmidt-Salomon.

In der Projektbeschreibung heißt es:

Das Projekt untersucht aus der Perspektive der Religionswissenschaft die gegenwärtigen Tendenzen atheistischer Religionskritik. Die prominentesten Vertreter dieses »Neuen Atheismus« oder »Brights movement« – Richard Dawkins, Sam Harris, Christopher Hitchens und Daniel Dennett – berufen sich auf ein naturalistisches und wissenschafliches [sic] Weltbild, lehnen alle Religionen ab und betreiben eine aktive politische Umsetzung ihrer Ideen. Im Rahmen einer qualitativen Untersuchung sollen die theoretischen sowie politischen Grundlagen, Ursachen und Ziele des »Brights movement« ebenso untersucht werden wie die Reaktion auf seiten seiner Kritiker, wie auch die mediale Berichterstattung über den »Neuen Atheismus«. Hierbei soll der Gegenstand in historisch vergleichender Perspektive analysiert und die Situationen in Deutschland und den USA gegenübergestellt werden. Dadurch soll eine Aufklärung über den möglichen Zusammenhang zwischen der postulierten »Rückkehr der Religionen« und der Rückkehr der Religionskritik erreicht und somit die Forschungsthese des Projekts überprüft werden. Diese geht von einem Abhängigkeitsverhältnis zwischen beiden Phänomenen aus, durch welches die Intensität der Debatte um den »Neuen Atheismus« und das offensive Auftreteten der »Neuen Atheisten« erklärt werden könnten.

Hier ein Bericht des Magazins Pro sowie die Internetseite des Forschungsprojektes an der Freien Universität Berlin.

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